Bremer Raumfahrt kämpft um Milliardenaufträge

In diesem Jahr wird die ESA (European Space Agency) viele Entscheidungen Treffen. Von diesen Entscheidungen sind auch Deutsche Unternehmen betroffen, vor allen dingen am Standort Bremen.

Derzeit wird beim Bremer Raumfahrtunternehmen OHB unter anderem an „Georg“ gebaut. Viel ist über das Projekt nicht bekannt, handelt es sich doch um einen Spionagesatelliten für den Bundesnachrichtendienst (BND). Der Start ist erst für das Jahr 2022 vorgesehen, aber Satelliten werden lange geplant, schließlich müssen Sie annähernd Perfekt sein.

Ariane 6 Rakete in der ausführung 62 und 64
Von SkywalkerPL – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40791699

Die eigentliche Frage ist aber, mit welcher Rakete der Spionage Satellit ins All geschickt wird. Wird es die Ariane 6 Rakete der ESA oder beauftragt der BND SpaceX? Wenn sich der BND für die Europa Rakete Ariane 6 entscheidet, profitiert auch davon der Bremer Standort der Ariane Group, an dem die Oberstufe für die neue Trägerrakete entwickelt und gebaut wird. Gleiches gilt für die OHB-Tochter MT Aerospace: In Bremen werden die bei MT Aerospace in Augsburg gefertigten Tankböden und Zylinderpanele zu einem Treibstofftank für die Oberstufe zusammengefügt.

 

Bis jetzt sind noch keine Details über eventuelle Startkosten bekannt, aber Frankreich möchte die Rakete möglichst billig nach dem Baukasten Prinzip bauen. Ein Start bei SpaceX kostet derzeit ca. 62 Millionen US-Dollar, während ein Start der aktuellen Ariane 5 Rakete rund 180 Millionen Dollar kostet.

Es geht um Geld

Auf der ESA Konferenz wird beschlossen welche Projekte gefördert werden. Damit auf keinen fall ein Land leer ausgeht, arbeitet die ESA mit dem sogenannten Geo-Return – je nachdem, wie viel Geld ein Land in eines der Esa-Programme gibt, erhält es entsprechende Aufträge für die heimische Industrie. Bei der letzten Esa-Konferenz 2016 wurden insgesamt 10,3 Milliarden Euro verteilt. Davon stellt allein Deutschland 2 Milliarden bereit, und war neben Frankreich einer der Stärksten Beitragszahler.

2019 wird ein Wichtiges Raumfahrtjahr

Auf der Esa-Ministerratskonferenz werden die Weichen für aktuelle und künftige Missionen gestellt. Dabei stehen vor allen dingen nützliche Programme im Vordergrund. Wichtige Themen sind die Erdbeobachtung, hier vor allem die europäische Satellitenmission Copernicus, und die Asteroidenabwehrmission Hera.